Warum ich im Van lebe und welche Vorbereitungen ich dafür getroffen habe
- Nadine Rupprecht

- Apr 26
- 4 min read
Updated: May 3

Warum ich mich für das Vanlife entschieden habe...
Das Leben im Van klingt für viele nach Freiheit, Abenteuer und maximaler Unabhängigkeit. Für mich war es nicht einfach nur eine spontane Idee, sondern ein Prozess, der über Jahre gewachsen ist.
Heute lebe ich im Camper. Allein, unterwegs und näher an dem Leben, das sich für mich wirklich richtig anfühlt. Aber bis dahin war es ein ziemlich großer Schritt.
In diesem Beitrag erzähle ich, warum ich mich für das Solo-Vanlife entschieden habe, wie der Wunsch nach einem anderen Leben entstanden ist und welche Schritte nötig waren, um genau das umzusetzen.
Der Wunsch nach einem anderen Leben war schon lange da
Bevor ich meinen Van gekauft habe, war mein Leben ziemlich klassisch.
Ich war selbständig, hatte eine große Wohnung, einen geregelten Alltag und von außen betrachtet eigentlich alles, was „gut“ aussah. Trotzdem hatte ich oft das Gefühl, dass etwas fehlt. Ich habe fast jedes Wochenende Hochzeiten fotografiert, war ständig von Liebe umgeben und kam am Ende trotzdem in eine viel zu große Wohnung zurück, die sich irgendwann nicht mehr wie Zuhause angefühlt hat.
Eher wie ein goldener Käfig. Nach außen war vieles okay. Innerlich wusste ich schon länger, dass ich so nicht weitermachen möchte.
Warum ausgerechnet Portugal?
2019 war ich das erste Mal in Portugal und irgendetwas dort hat mich sofort festgehalten.
Vielleicht war es die Natur, vielleicht die Menschen, vielleicht dieses Gefühl von Weite. Ich kann es bis heute nicht ganz erklären, aber ich wusste sofort: Irgendetwas daran fühlt sich nach Zuhause an.
Dieses Gefühl wurde mit jeder Reise stärker. Immer wenn ich zurück nach Deutschland geflogen bin, hatte ich dieses Ziehen im Bauch. Dieses klare Gefühl, dass mein Leben nicht hier bleiben soll.
Portugal war nie einfach nur ein Reiseziel. Es war immer mehr als das.
Der Moment, in dem ich wusste: Ich muss etwas verändern
Irgendwann wurde aus diesem Gefühl eine klare Entscheidung.
Ich wusste, dass ich mein Leben verändern will. Nicht irgendwann. Sondern wirklich.
Dann wurde meine Miete erhöht und plötzlich war da dieser Moment, in dem alles sehr klar wurde. Nicht angenehm, aber klar. Ich habe meine Wohnung nach neun Jahren gekündigt, Dinge verkauft, verschenkt und mein Leben Stück für Stück verkleinert.
Von 90 Quadratmetern mit Garten auf das, was wirklich wichtig ist.
Und genau da habe ich gemerkt, wie wenig man eigentlich wirklich braucht.
Mein Weg ins Vanlife begann nicht romantisch, sondern pragmatisch
Bevor ich überhaupt einen Van hatte, war mein Plan eigentlich ein anderer. Ich suchte nach einem einfachen deutschsprachigen Job in Portugal, wollte erstmal ankommen und mir dort etwas aufbauen. Parallel dazu habe ich angefangen, Portugiesisch zu lernen, weil ich nicht einfach nur irgendwo leben, sondern mich wirklich integrieren wollte.
Ich habe mich durch Facebook-Gruppen gelesen, Podcasts gehört, Blogs durchforstet und nach echten Antworten gesucht. Wie lebt man dort wirklich?Was kostet es?Wie funktioniert das mit Steuern, Alltag und Ankommen?
Vieles blieb vage. Vieles klang entweder geschönt oder endete in einem Verkaufsangebot. Also musste ich mir meinen Weg selbst zusammensetzen und der war ok, aber nicht perfekt.
Warum es am Ende ein Camper wurde
Ursprünglich wollte ich in Portugal eine kleine Wohnung mieten. Bis ich angefangen habe, nach Wohnungen in Porto zu suchen. Spätestens da war klar: Das ergibt finanziell einfach keinen Sinn. Die Mieten standen in keinem Verhältnis zu dem, was ich dort verdient hätte.
Also habe ich mich intensiver mit dem beschäftigt, was ohnehin schon länger in meinem Kopf war: ein Camper. Nicht als Urlaubsfahrzeug. Sondern als Zuhause.
Ich habe nach selbstausgebauten Vans gesucht, mich eingelesen, gerechnet, verglichen und irgendwann war klar: Das ist nicht nur die emotionalere Entscheidung, sondern auch die logischere. Nach acht Monaten Suche habe ich meinen Van gefunden.
Und damit begann alles.
Mein erstes Mal im Camper
Das Lustigste daran: Ich hatte vorher noch nie gecampt. Wirklich nicht.
Als ich das erste Mal mit meinem Van unterwegs war, saß ich abends drin und dachte kurz: Interessant, dass ich einfach beschlossen habe, in ein rollendes Zuhause zu ziehen, ohne jemals vorher ernsthaft campen gewesen zu sein. Es war ungewohnt. Aber es hat sich trotzdem richtig angefühlt.
Nicht perfekt. Nicht sofort routiniert. Aber machbar. Und genau das war der Punkt.
Ich musste nicht alles können. Ich musste nur anfangen.
Warum ich das Vanlife nicht bereue
Heute weiß ich, dass es genau die richtige Entscheidung war. Nicht, weil immer alles leicht ist. Sondern weil es sich nach meinem Leben anfühlt. Nach dem endlichen Gefühl überhaupt zu leben.
Vanlife ist nicht jeden Tag romantisch. Es ist nicht immer Sonnenuntergang, Freiheit und Meeresrauschen. Aber es ist ehrlich. Frei. Nah an mir. Und genau deshalb würde ich es wieder so machen.
Vanlife beginnen: Mein ehrliches Fazit
Wenn du selbst mit dem Gedanken spielst, ins Vanlife zu starten oder auszuwandern, dann mein ehrlicher Rat:
Du musst nicht alles wissen, bevor du losgehst.
Du musst nicht perfekt vorbereitet sein.
Nicht jeden Schritt kennen.
Nicht jede Angst vorher gelöst haben.
Nicht alle Antworten kenne,.
Aber du solltest ehrlich genug sein, um dir einzugestehen, wenn dein altes Leben nicht mehr zu dir passt.
Der Rest sortiert sich oft erst unterwegs. TRUST YOURSELF.




