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Wie finanzierst du dir das eigentlich? Ehrliche Kosten, Einnahmen und Erfahrungen nach einem Jahr unterwegs

  • Writer: Nadine Rupprecht
    Nadine Rupprecht
  • 8 hours ago
  • 6 min read


Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird: Wie finanzierst du dir eigentlich diesen Lifestyle?



Vanlife sieht auf Instagram oft nach Freiheit, Sonnenuntergängen und endlosen Stränden aus. Nach spontanen Roadtrips, Kaffee mit Meerblick und dem Gefühl, einfach loszufahren, wenn einem danach ist.


Was man meistens nicht sieht? Die Gedanken dahinter. Die Fragen. Die Unsicherheit. Und natürlich die Finanzen. Eine der häufigsten Fragen, die ich bekomme, ist:


„Wie finanzierst du dir das eigentlich?“


Oder anders gesagt: Wie finanziert man Vanlife überhaupt?


Eine berechtigte Frage. Denn auch wenn das Leben im Van oft einfacher wirkt als ein klassischer Alltag, kostenlos ist es definitiv nicht. Diesel tankt sich nicht von allein, Versicherungen wollen bezahlt werden und irgendwann braucht auch der zuverlässigste Camper mal eine Reparatur (und davon hatte ich ein paar:D). Deshalb möchte ich heute ganz ehrlich erzählen, wie ich mein Vanlife finanziere, welche Fehler ich gemacht habe, welche Kosten auf mich zukamen und was ich jedem empfehlen würde, der selbst davon träumt, loszufahren.





Mein Start ins Vanlife: Ohne finanziellen Puffer hätte ich es nicht gemacht


Bevor ich überhaupt losgefahren bin, hatte ich über mehrere Jahre einen finanziellen Puffer aufgebaut. Nicht mit dem Ziel, dieses Geld komplett aufzubrauchen. Eigentlich war es für andere Träume gedacht. Für ein Grundstück irgendwann. Für neue Möglichkeiten im Ausland. Für das Leben, das irgendwann noch kommen sollte.

Heute weiß ich: Dieser Puffer war wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen überhaupt.


Denn egal wie gut man plant, unterwegs passieren Dinge, mit denen man nicht rechnet.

Als ich nach Portugal aufgebrochen bin, hatte ich bereits einen Job in Aussicht. Ich sollte in einem Callcenter arbeiten und hatte dadurch ein regelmäßiges Einkommen eingeplant.


Klang erstmal nach einem soliden Plan. Die Realität sah allerdings anders aus.

Relativ schnell stellte sich heraus, dass dieses Modell für mein Leben im Camper nicht funktionieren würde. Viele Arbeitgeber verlangen mittlerweile einen festen Wohnsitz. Da ich mein Vanlife nicht aufgeben wollte, habe ich mich in der Probezeit dagegen entschieden.


Und plötzlich stand ich vor derselben Frage wie viele andere Vanlifer:


Wie verdient man unterwegs eigentlich Geld?



Die Realität hinter dem Traum vom Arbeiten im Van


Wenn man Social Media glaubt, verdient gefühlt jeder zweite Vanlifer sein Geld mit Instagram. Ganz ehrlich? Das entspricht nicht meiner Erfahrung.


Ich habe unterwegs unglaublich viele Menschen kennengelernt, die versuchen, sich etwas aufzubauen. Manche schaffen es. Viele geben irgendwann auf. Und fast niemand verdient von heute auf morgen genug Geld, um entspannt davon leben zu können.

Deshalb halte ich persönlich wenig davon, einfach loszufahren und darauf zu hoffen, dass sich schon alles ergeben wird.


Kann funktionieren. Muss aber nicht.


Und je weniger finanzieller Druck man unterwegs hat, desto mehr kann man die Reise tatsächlich genießen.



Wie ich mein Vanlife finanziere


Ich hatte den Vorteil, dass ich bereits vor meiner Abreise selbstständig gearbeitet habe.

Als Fotografin hatte ich mir über die Jahre ein Netzwerk aufgebaut. Außerdem habe ich immer offen darüber gesprochen, was ich mache und welche Fähigkeiten ich mitbringe.

Genau daraus haben sich später verschiedene Möglichkeiten ergeben.


Unter anderem habe ich:


  • Blogartikel geschrieben

  • kleinere Social-Media-Aufgaben übernommen

  • Reels erstellt

  • bei Instagram unterstützt

  • verschiedene Online-Projekte begleitet


Reich wird man damit nicht. Aber genau das ist ein Punkt, den viele unterschätzen.

Mein Einkommen bestand nie aus einer einzigen großen Einnahmequelle. Es waren viele kleine Bausteine, die zusammen funktioniert haben.


Und ich glaube, genau so sieht die Realität bei vielen Menschen aus, die unterwegs arbeiten. Nicht die eine geniale Idee. Sondern viele kleine Projekte.


Deshalb würde ich jedem empfehlen, sich früh folgende Fragen zu stellen:


  • Was kann ich gut?

  • Welche Fähigkeiten bringe ich mit?

  • Womit kann ich anderen helfen?

  • Welche Dienstleistungen könnte ich anbieten?


Je früher man sich damit beschäftigt, desto entspannter wird die Reise später.



Welche Jobs eignen sich für Vanlife?


Diese Frage bekomme ich ebenfalls regelmäßig gestellt. Grundsätzlich eignen sich alle Tätigkeiten, die ortsunabhängig funktionieren.


Zum Beispiel:


Kreative Berufe


  • Fotografie

  • Content Creation

  • Schreiben

  • Grafikdesign

  • Video-Editing


Digitale Dienstleistungen


  • Virtuelle Assistenz

  • Social Media Management

  • Kundenservice

  • Online-Marketing


Eigene Projekte


  • Blog

  • Podcast

  • Online-Kurse

  • Digitale Produkte


Mein wichtigster Tipp dabei: Warte nicht darauf, unterwegs plötzlich die perfekte Einnahmequelle zu finden.


Fang möglichst schon vor deiner Abreise an.



Was kostet Vanlife wirklich?


Natürlich kommt irgendwann die Frage nach den Kosten. Und auch hier gibt es keine pauschale Antwort. Jeder reist anders.


Manche stehen monatelang an einem Ort. Andere fahren jeden Tag weiter. Manche kochen selbst. Andere essen regelmäßig auswärts.


Meine monatlichen Fixkosten lagen ungefähr zwischen 600 und 700 Euro – allerdings ohne Essen, Tanken und Freizeitaktivitäten.


Darin enthalten waren unter anderem:


  • Fahrzeugversicherung

  • Steuer

  • ADAC-Mitgliedschaft (unbezahlte Werbung)

  • Auslandskrankenversicherung

  • Handy und Internet

  • laufende Fahrzeugkosten


Meine Fahrzeugversicherung kostet übrigens etwa 400 Euro pro Jahr. Die Steuer liegt bei rund 200 Euro jährlich. Diese Kosten sind in den ca. 700,00 € nicht mit einkalkuliert. Solche Jahreskosten habe ich immer als Rücklage.


Viele der Kosten bezahle ich direkt für ein ganzes Jahr. Das gibt mir unterwegs deutlich mehr Ruhe, weil nicht ständig neue Rechnungen auftauchen. Die größten Unterschiede entstehen allerdings beim Reisen selbst.


Wer jeden Tag fährt, wird deutlich mehr Geld für Diesel ausgeben als jemand, der mehrere Wochen an einem Ort bleibt.



Ist Portugal wirklich so günstig?


Eine Sache hat mich tatsächlich überrascht. Viele Menschen denken, Portugal sei extrem günstig. Das kann ich so nicht bestätigen. Ja, manche Dinge sind günstiger als in Deutschland. Andere wiederum nicht. Gerade Diesel, Campingplätze oder Reparaturen können sich schnell summieren.


Natürlich kommt es immer darauf an, wo man unterwegs ist und wie man lebt. Aber die Vorstellung, dass man in Portugal automatisch für die Hälfte lebt, hat sich bei mir nicht bestätigt.



Campingplatz oder Freistehen?


Vor allem am Anfang stand ich häufig auf Campingplätzen. Ich wollte eine warme Dusche, Strom und einfach die Sicherheit, dass alles funktioniert.


Wenn man allerdings jeden Tag 15 bis 20 Euro für einen Stellplatz bezahlt, kommt am Monatsende eine ordentliche Summe zusammen. Deshalb habe ich irgendwann angefangen, häufiger freizustehen.


Und ganz ehrlich? Das war anfangs eine echte Überwindung. Ich erinnere mich noch gut daran, wie unvorstellbar das für mich war. Früher habe ich Stellplätze teilweise Wochen im Voraus geplant und gebucht. Heute muss ich darüber manchmal selbst schmunzeln.


Denn viele meiner schönsten Momente sind genau dann entstanden, wenn ich frei gestanden bin.



Mein größter finanzieller Fehler


Wenn ich auf mein erstes Jahr im Van zurückblicke, habe ich definitiv mehr Geld ausgegeben als geplant. Nicht für Luxus. Sondern für Dinge, die man vorher einfach nicht auf dem Schirm hat.


Zum Beispiel:


  • Reparaturen

  • Ersatzteile

  • neue Technik

  • Ausrüstung

  • Website-Kosten

  • ein neues Handy


Im ersten Jahr merkt man oft erst, was man wirklich braucht und worauf man problemlos verzichten kann. Und genau deshalb würde ich jedem empfehlen, lieber etwas großzügiger zu kalkulieren. Irgendetwas kommt fast immer dazwischen.



Was ich heute jedem empfehlen würde


Wenn du darüber nachdenkst, ins Vanlife zu starten, würde ich dir vor allem drei Dinge empfehlen.


1. Baue dir einen finanziellen Puffer auf


Das nimmt unglaublich viel Druck raus. Gerade am Anfang weiß man oft noch nicht genau, welche Kosten tatsächlich auf einen zukommen.


2. Fang früh an, dir etwas aufzubauen


Egal ob Fotografie, Schreiben, Social Media, virtuelle Assistenz oder etwas ganz anderes.

Warte nicht darauf, unterwegs plötzlich die perfekte Lösung zu finden.


3. Gib nicht zu schnell auf


Es wird Momente geben, in denen du zweifelst. Momente, in denen das Konto kleiner wird und die Sorgen größer werden. Das gehört leider manchmal dazu. Denn Freiheit fühlt sich nicht jeden Tag leicht an.


Und mein wichtigster Satz und Erfahrung: viele hören einfach auf, ohne zu wissen, dass sie kurz vor dem Ziel waren.



Würde ich es wieder tun?


Ganz ehrlich? Ja. Ja ja jaaaaaa und nochmal JA! Trotz aller Unsicherheiten.

Trotz aller ungeplanten Kosten. Trotz aller Momente, in denen ich nicht wusste, wie es weitergeht. Ich habe in diesem Jahr so viel erlebt, gelernt und gesehen wie in vielen Jahren davor nicht.


Und deshalb glaube ich mittlerweile, dass die eigentliche Frage vielleicht gar nicht lautet:


Wie finanzierst du dir das eigentlich?“


Sondern:


„Was ist es mir wert?“


Denn manchmal entstehen die größten Erfahrungen genau dann, wenn wir uns trauen loszugehen, obwohl noch nicht auf jede Frage eine Antwort existiert.



Eine kurze Zusammenfassung


Wie viel Geld braucht man für Vanlife?


Das hängt stark vom eigenen Reisestil ab. Wer häufig fährt und Campingplätze nutzt, braucht mehr Budget als jemand, der länger an einem Ort bleibt und häufig freisteht.


Kann man Vanlife ohne Ersparnisse starten?


Möglich ist es. Empfehlen würde ich es persönlich nicht. Ein finanzieller Puffer nimmt enorm viel Druck raus und gibt Sicherheit, wenn unerwartete Kosten entstehen.


Welche Jobs eignen sich für Vanlife?


Besonders geeignet sind ortsunabhängige Tätigkeiten wie Fotografie, Schreiben, Social Media Management, virtuelle Assistenz, Grafikdesign oder eigene Online-Projekte.


Kann man in Portugal günstig leben?


Teilweise ja. Allerdings sind viele Dinge mittlerweile deutlich teurer geworden als ihr Ruf vermuten lässt. Vor allem Diesel, Campingplätze und Reparaturen können das Budget belasten.



Mein Fazit


Vanlife ist nicht kostenlos. Und manchmal auch nicht so romantisch, wie es auf Instagram aussieht. Aber für mich war es jede einzelne Erfahrung wert. Nicht weil immer alles perfekt lief. Sondern weil ich gelernt habe, dass man nicht jede Antwort kennen muss, bevor man losgeht.


Manchmal reicht es, den ersten Schritt zu machen und unterwegs herauszufinden, wie der Rest funktioniert.




Danke fürs Lesen, fürs hier sein und überhaupt. Ich liebe was ich tue.


Deine Nadine 🚐


Magst du mich auch auf die Ohren, besuche gerne meinen Podcast. Hier findest du alles, zur Fotografie, Beziehungen, Spiritualität, aktuelle Themen wie Ghosting, Auswanderung, usw. ✨









 
 
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Hi, danke,

dass du vorbeischaust!

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